Die Krankenkasse Barmer GEK alarmiert: Immer mehr Patienten suchen wegen Rückenschmerzen eine Klinik auf, dabei sei eine stationäre Behandlung überhaupt nicht nötig. Muskelaufbautraining kann helfen.

Rückenschmerzen sind der Hauptgrund für Krankschreibungen in Deutschland, 6,7 Prozent der Fehlzeiten gehen auf Rückenbeschwerden zurück, so ein Bericht der Krankenkasse Barmer GEK. Einem weiteren Bericht zufolge ließen sich zudem immer mehr Schmerzpatienten im Krankenhaus behandeln, auch wenn dies gar nicht nötig ist – oder versuchen es zumindest.

Zwischen 2006 und 2014 stieg die Zahl der Klinikpatienten mit Rückenschmerzen von 282.000 auf 415.000, so die Gesundheitskasse. 140.000 von ihnen werden dort jedoch nicht behandelt, erhalten keine Operation oder Schmerztherapie. Die Patienten sind mit der Behandlung unzufrieden, die Kliniken ärgern sich und fühlen sich nicht zuständig. Das Problem ließe sich durch präventive Maßnahmen leicht lösen.

Muskelaufbautraining beugt Rückenschmerzen vor

Immer mehr Menschen üben sitzende Berufe aus, der Alltag wird durch technischen Fortschritt, hohen Anforderungen an beruflichen und privaten Alltag und viele andere Faktoren immer Bewegungsärmer. Die Folge: Die Rumpfmuskulatur verkümmert, die Belastung auf die Wirbelsäule steigt.

Mit regelmäßigem Muskelaufbautraining kann Rückenschmerzen vorgebeugt und entgegengewirkt werden. Es stärkt die Muskulatur des Rumpfes und entlastet somit Wirbelsäule und Bandscheiben. Studien haben das Belegt. So wurden 259 Teilnehmer die über Schmerzen im Lendenwirbelbereich klagten mit 12 Trainingseinheiten, bestehend aus Krafttraining, Dehnübungen und Aerobic, nach sechs Monaten schmerzfrei. Die Kontrollgruppe, die lediglich mit Ultraschall und Wärme behandelt wurde, behielt ihre Schmerzen. Auch chronische Rückenleiden können Studien zufolge mit regelmäßigem Training geheilt werden.

Künftig werden Krankenkassen bei Patienten mit Bewegungsmangel sogar für Beiträge in Sportvereinen und Fitness-Studios aufkommen, ein entsprechendes Gesetzt soll in Kürze verabschiedet werden.

Bildquelle: iStockphoto.com / choreograph

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