Eine leichtbekleidete Frau sitzt in der Reiterstellung auf einem Mann

Stimmt der alte Mythos, dass Sex die Leistungsfähigkeit verringert? Ist Masturbieren und Sex schlecht für Muskelaufbau? Wir klären auf.

Es ist ein alter Mythos unter Sportlern: „Bumsen macht die Beine schwach“, sagte schon Rocky Balboas Trainer Mickey, im Boxer-Kultstreifen mit Sylvester Stallone. Aber wie viel ist da dran? Mindert Sex wirklich die Leistungsfähigkeit? Sollten Athleten vor Wettkämpfen auf Geschlechtsverkehr verzichten? Und wie steht es mit Selbstbefriedigung? Senken Sex und zu häufiges Masturbieren tatsächlich den Testosteronspiegel und beeinflussen so das Muskelwachstum negativ?

Zeit, all diese Fragen ein für allemal zu beantworten.

Sind Masturbation und Sex schlecht für Muskelaufbau?

Sex macht nicht nur jede Menge Spaß, sondern ist ein wichtiger Bestandteil einer jeden Beziehung, ohne den das Zusammenleben zwischen zwei Partnern langfristig kaum funktionieren kann. Dennoch glauben viele Sportler, dass der Verzicht auf Sex ihrem Muskelwachstum zuträglich sein könnte. Woher kommt dieser Mythos?

Das Verlangen nach Sex ist sowohl bei Männern als auch Frauen direkt verknüpft mit der Menge des Sexualhormons Testosteron in ihrem Körper. Je mehr Testosteron, desto größer die Libido. Deshalb ist die sexuelle Lust vor allem bei jungen Männern auch besonders groß, denn deren Testosteronspiegel ist noch deutlich höher als der von älteren.

Testosteron ist jedoch nicht nur im Schlafzimmer enorm wichtig, sondern auch für den Muskelaufbau. Der Testosteronspiegel sinkt nach einem Orgasmus jedoch nachgewiesenermaßen vorübergehend, das gilt für den Akt zu zweit, wie auch für das Masturbieren allein. Deshalb fürchten viele, dass Sex und Selbstbefriedigung ihre Leistungsfähigkeit und ihrem Muskelwachstum im Weg stehen können.

Ganz falsch liegen sie damit nicht. Direkt nach dem Sex zu trainieren, kann in der Tat zu weniger guten Ergebnissen führen, als eine Einheit im „ausgeruhten“ Zustand, weil ein niedrigerer Testosteronspiegel auch eine verminderte Leistungsfähigkeit und ein geringeres Muskelwachstum zur Folge hat. Hinzu kommt, dass sich die meisten Männer nach einem Orgasmus eher müde, lustlos und schläfrig fühlen – keine besonders gute Ausgangslage für ein hartes Work-out.

Stimmt es also, ist Sex schlecht für Muskelaufbau?

Sex erhöht langfristig den Testosteronspiegel

In der Momentaufnahme mag Sex für erfolgreiches Muskelwachstum tatsächlich hinderlich sein, auf lange Sicht betrachtet jedoch nicht. Im Gegenteil, regelmäßiger Geschlechtsverkehr lässt den Testosteronspiegel Studien zufolge langfristig steigen, Enthaltsamkeit dagegen sogar sinken! Auf Dauer wirkt Sex also eher wie ein Testosteron- und damit Muskelbooster, Verzicht wie ein Muskelaufbauhemmer.

Das gilt umgekehrt im Übrigen genauso. Studien haben gezeigt, dass regelmäßiges Krafttraining die Libido gehörig ankurbelt, extremes Ausdauertraining hingegen eher schmälert.

Kurzum: Sex und Muskelaufbau-Training sind gute Partner und ergänzen sich hervorragend!

Sex und Masturbation bauen Stress ab

Stress ist, im Gegensatz zu Sex, wirklich schädlich für das Muskelwachstum. Denn bei Stress steigt der Spiegel des Hormons Cortisol in unserem Körper an, das gewissermaßen der böse Gegenspieler von Testosteron ist. Und eine tolle und erwiesenermaßen effektive Möglichkeit, Stress abzubauen ist – genau, Sex! Auch unter diesem Gesichtspunkt ist Matratzensport also eher förderlich für den Muskelaufbau, als hinderlich. Auch einsame Herzen dürfen aufatmen: Masturbation ist eine vielleicht nicht ganz so befriedigende, aber ähnlich effektive Möglichkeit, deinen Stresslevel herunterzufahren.

Dein Körper braucht Zink!

Nach jedem Orgasmus benötigt dein Körper große Mengen des Spurenelements Zink, das unter anderem dafür zuständig ist, deinen Testosteronpegel zu normalisieren und Muskelgewebe zu erhalten, bzw. zu erneuern. Eine zinkhaltige Ernährung ist daher bei häufigem Sex (und häufigem Training) empfehlenswert. Zink kann als Nahrungsergänzung supplementiert werden, kommt aber auch in vielen natürlichen Lebensmitteln vor:

  • Haferflocken
  • versch. Käsesorten (Emmentaler, Edamer)
  • Kürbiskerne
  • Austern

Fazit

Wenn Muskelaufbau dein Ziel ist, trainiere hart und iss gesund und ausgewogen. Sex wird keinerlei negativen Einfluss auf dein Muskelwachstum haben, solange du es noch schaffst, das Bett zumindest zum Training und Kochen zu verlassen. Das Gleiche gilt für Selbstbefriedigung. Ab und an selbst Hand anzulegen, hat noch niemandem geschadet. Vermeide lediglich einen Orgasmus direkt vor dem Training und dem erfolgreichem Muskelwachstum sollte nichts mehr im Weg stehen.

Einige Bett-Hochleistungssportler mögen darunter leiden, dass ihr Körper zwischen Sex und Training nicht genügend Regeneration bekommt – auch wenn dieser Fall HÖCHST unwahrscheinlich ist und schier unmenschlicher Libido und sexueller Ausdauer bedarf. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen will, und nicht nur im Fitness-Studio extrem hart trainiert, sondern auch im Bett immer Vollgas gibt, sollte zwischen Kraft- und Matratzensport generell etwa fünf Stunden Pause lassen, damit sich die Hormonspiegel des Körpers normalisieren können und man für beide Hobbys fit wie ein Turnschuh ist.

Bildquelle: 123rf.com / Andrey Guryanov

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