Drei Männer die gerade Klimmzüge machen

Calisthenics ist der neue Fitness-Trend, dabei ist das System so alt wie die Menschheit: Halte dich fit, indem du ausschließlich mit deinem eigenen Körpergewicht trainierst. Wir zählen sechs Gründe auf, warum Muskelaufbau mit Eigengewichtstraining auch für dich sinnvoll ist!

Eine Umfrage in den USA hat belegt, dass Calisthenics, also das Trainieren mit dem eigenen Körpergewicht, 2014 der Fitness-Trend des Jahres war. Und auch in Deutschland erfreut sich das Eigengewichttraining größter Beliebtheit. Du bist noch kein glühender Anhänger? Dann haben wir sechs Gründe für dich parat, warum du die großen Hanteln zur Abwechslung einmal stehen lassen solltest.

Was ist Calisthenics?

Der Begriff „Calisthenics“ leitet sich von den griechischen Wörtern “kalos” und “sthenos” ab, die frei übersetzt “Schönheit und Stärke” bedeuten. Schön und stark? Das klingt gut, oder? Finden wir auch! Hinter der Wortneuschöpfung verbirgt sich nichts anderes als das Training mit dem eigenen Körpergewicht.

Mit Calisthenics baust du Kraft und Muskeln auf, erhöhst deine Beweglichkeit und verbesserst deine Körperkontrolle. Obendrein ist das Training gesund und fördert die Funktionen des Herz-Kreislaufsystems. Soweit so gut, aber tut das klassisches Muskelaufbautraining mit Hanteln und Maschinen nicht auch?

Tut es. Dennoch empfehlen wir jedem Sportler, Eigengewichtstraining zumindest einmal ausprobiert zu haben, es aber am besten regelmäßig in den Trainingsplan einzubauen. Und hier sind sechs Gründe warum.

Grund 1: Keine Ausrüstung nötig

Dieser Vorteil ist offensichtlich: Wer ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht trainiert, benötigt dafür keine Hilfsmittel. Keine Hanteln, keine Maschinen und keine Mitgliedschaften in Fitness-Studios. Denn seien wir mal ehrlich: Die können ganz schön teuer werden. Vor allem dann, wenn du obendrein Rat bei einem Personal Trainer suchst, was gerade für Einsteiger ratsam ist, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Plan B ist das kleine Home-Gym im Keller. Doch auch hier kostet allein die Grundausstattung, eine Hantelbank mit Lang- und Kurzhanteln plus einem Satz Gewichte, schon eine kleine Stange Geld. Wer sich etwas professioneller ausrüsten möchte, darf eine große Stange hinblättern. Beweise gefällig? Schau mal hier. Wollt ihr wissen, was euch das Training mit Calisthenics kostet? Gar nichts!

Grund 2: Du kannst überall trainieren

Eine Frau macht Dips am Barren um zu trainieren

Eben weil du keine spezielle, in der Regel unhandliche Ausrüstung benötigst, kannst du mit Calisthenics praktisch jederzeit und überall trainieren. Du musst theoretisch nicht einmal dein Wohnzimmer oder dein Büro verlassen. Aber du kannst, wenn du willst! Brich aus dem miefigen Gym aus und trainiere im Park, auf Spielplätzen, im Wald oder unseretwegen sogar in der Fußgängerzone, wenn dich die schrägen Blicke der Passanten nicht stören. Mit keinem anderen Trainingssystem bist du so frei, unabhängig und flexibel wie mit Calisthenics!

Grund 3: Eigengewichtstraining ist sicher

Kennst du die Typen, die auf der Drückerbank oder beim Kreuzhaben die ganz großen Gewichtscheiben herausholen, nur weil sie der Blonden an der Proteinshake-Bar imponieren wollen? Nun, diese Typen tun das jede Woche, obwohl sie genau wissen, dass die Gewichte, die sie Bewegen, im Grunde viel zu schwer für sie sind. Aber weißt du was? Wenn diese Kerle eines Tages beim Bankdrücken von der Hantelstange zerquetscht werden oder beim Kreuzheben mit einem Bandscheibenvorfall zusammenbrechen, imponieren sie der Barfrau sicher nicht mehr.

Verletzungen sind im Sport natürlich immer möglich, auch bei vernünftigem Training mit Hanteln und Maschinen. Das Verletzungsrisiko beim Trainieren mit dem eigenen Körpergewicht ist allerdings um ein vielfaches geringer. Zum einen kann dich natürlich keine Langhantel mehr erschlagen, wenn du gänzlich ohne Hanteln trainierst. Viel wichtiger ist aber, dass man nicht in Versuchung gerät, krampfhaft ein zu hohes Gewicht zu bewältigen, weil man „nur“ sein eigenes Körpergewicht als Widerstand zur Verfügung hat, denn genau diese Selbstüberschätzungen sind für den Großteil der Gym-Verletzungen verantwortlich.

Und: Glaube uns, es gibt genügend Eigengewichtsübungen, die deinen Körper genauso an seine Grenzen bringen, wie Kreuzheben oder Bankdrücken.

Grund 4: Jeder kann mitmachen

Kannst du dich noch erinnern wie du dich gefühlt hast, als du zum ersten Mal dein Fitness-Studio betreten hast? Sicher warst du völlig eingeschüchtert von all den alten Hasen mit ihren beneidenswerten Muskeln, die scheinbar spielend die größten Gewichte bewegt und sich anschließend grobe Späße um die Ohren gehauen haben. Calisthenics kannst du notfalls zunächst im stillen Kämmerlein allein ausprobieren, bevor du als Fortgeschrittener schließlich im nächsten Park alle Blicke auf dich ziehst.

Da der Trainingswiderstand das eigene Körpergewicht ist und eine große Bandbreite verschieden-intensiver Übungen existiert, eigenen sich Calisthenics außerdem auch für jung und alt, stark und schwach, dick und dünn gleichermaßen. Selbst wenn du beim Bankdrücken nicht einmal die bloße Hantelstange bewegen könntest, würdest du trotzdem ein paar Wall-Push-Ups hinbekommen, also stehende Liegestütze an einer Wand.

Auf der anderen Seite können die Übungen aber auch so intensiv wie möglich gestaltet werden, so dass selbst die eingangs erwähnten „alten Hasen“ schlapp machen werden. Der größte Kritikpunkt von Eigengewichtstraining ist stets, dass man damit nur bis zu einem bestimmten Muskel- und Kraftniveau trainieren kann, bevor das eigene Körpergewicht als Widerstand schlicht zu gering ist. Wer auch immer das sagt, soll uns bitte mal 15 einarmige Klimmzüge mit ausgestreckten Beinen vorführen, dann reden wir weiter.

Grund 5: Du kannst Übungen variieren und kombinieren

Wie eben erklärt, kann die Intensität von Calisthenics flexibel angepasst werden. Und zwar nicht, indem wie bei klassischem Muskelaufbautraining einfach immer mehr Gewicht aufgelegt wird – außer unserem eigenen haben wir ja keins zur Verfügung – sondern indem die Bewegungen der Übungen herausfordernder werden. Aus dem oben beschriebenen Liegestütz an der Wand wird so schnell ein klassischer Liegestütz und irgendwann ein einarmiger Liegestütz. Dabei entwickelst du nicht nur mehr und mehr Kraft, sondern steigerst deine Beweglichkeit, Balance und Körperkontrolle und bringst immer wieder Abwechslung in deine Work-outs – Abwechslung, die im klassischen Muskelaufbautraining oftmals fehlt. Viele Übungen lassen sich zudem kombinieren, sodass Calisthenics eine schier unerschöpfliche Fülle an Trainingsmöglichkeiten bietet.

Grund 6: Die Community

Eigengewichtstraining ist keine neue Erfindung, es existierte schon im antiken Griechenland. Doch mit dem Calisthenics-Trend wuchs nun eine gänzlich neue Community, die sich natürlich auch der Vorteile und Möglichkeiten des modernen Zeitalters bedient. Zu kaum einem anderen Trainingssystem findest du derart viele Online-Foren, YouTube-Videos und Blogs, in denen Gleichgesinnte sich austauschen und Tipps geben, als zu Calisthenics.

Überzeugt? Du willst direkt loslegen? Dann empfehlen wir dir die Bibel der Calisthenics „Fit ohne Geräte“ von Mark Lauren.

Bildquelle: istockphoto.com / slavemotion

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